.1.Eierkäsform, Gär- und Heringstopf
Steingut aus dem Kannebäckerland in Winningen
Rund um Höhr-Grenzhausen finden sich einige der bedeutendsten Tonvorkommen Europas. Die Herstellung von Töpferwaren ist dort seit dem Beginn des 15. Jhd. belegt. Als besonders wegweisend erwies sich Herstellung von graublauem Steinzeug, das zunächst kobaltblauen Dekoren verziert wurde. Später kamen zusätzlich manganhaltige Verzierungen in violetten bis braunen Farbtönen hinzu. Seit dem Spätmittelalter werden die Töpferwaren mit einer Salzglasur veredelt. Dabei entsteht während des Brennvorgangs eine dünne, fest mit dem Scherben verbundene Glasurschicht, die das Steinzeug dicht, robust und vielseitig einsetzbar macht.
Ab dem späten 18. Jhd. wird diese Region als das „Kannenbäckerland“ bezeichnet.
Auch in Winningen wurden Töpfereierzeugnisse aus dem Kannenbäckerland sowohl in der Kellerwirtschaft als auch im Haushalt vielseitig eingesetzt und waren unverzichtbar. Der Winzer hatte bei der Arbeit im Weinberg seine tägliche Wein- oder „Fluppes“-Ration im „Bimmes“ dabei.
So kommt es, dass sich „Blau-graues Steinzeug aus dem Kannenbäckerland“ an vielen Stellen unseres Museums finden läßt. Einige besonders schöne oder interessante Stücke werden am
- Dienstag, 21. Juli ab 19.00 Uhr
bei einem Rundgang durch unsere Ausstellung von Frau Claudia Marx-Britz „hervüergehollt“ und in ihrer Herstellung und Beschaffenheit erklärt!
Frau Marx-Britz ist staatl. geprüfte Keramikgestalterin, hat 1994 die Meisterprüfung im Keramikerhandwerk abgelegt und arbeitet seit 2004 selbstständig in ihrer Werkstatt in Koblenz (https://britzkeramik.de).
Der Besuch unserer Veranstaltung ist für jedermann offen und kostenlos. Zum Abschluss gibt es wie gewohnt die Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei einem Glas Wein.
Der Museumsverein freut sich auf viele interessierte Gäste!